Der Sommer mit seiner Wärme ist uns höchstwillkommen, doch wenn unsere Wohnung oder unser Haus so richtig heiß wird, ändern sich unsere Gefühle. Es gibt aber einige Möglichkeiten, wie dagegen angegangen werden kann. Es gibt Klimaanlagen, Ventilatoren und es gibt Zimmerpflanzen.

So kühlen Zimmerpflanzen dein Zuhause

Mit den richtigen Zimmerpflanzen brauchst du keine Klimaanlage und auch keinen Ventilator. Du sparst Strom, hast keine Geräusche und du bekommst ein natürliches Klima. Wie geht das? Die Pflanzen befeuchten die Luft, geben dir Sauerstoff und sie entziehen der Luft Energie.

Was ist die Wärme eigentlich, die du verspürst? Wärme ist immer die Bewegung der Atome in den Stoffen. Je wärmer es ist, desto schneller bewegen sie sich. Das aber verbraucht Energie und diese bekommen sie von der Sonne geliefert. Darum wird es so heiß.

Der einfachste Weg, dein Zuhause abzukühlen, ist es, die Energie einfach für etwas anderes zu verbrauchen. Das geschieht, indem die Zimmerpflanzen Fotosynthese betreiben. Dafür nimmt die Pflanze die Energie aus dem Sonnenlicht auf und dann wandelt sie Kohlenstoffdioxid in Sauerstoff um.

Neben dem direkten Energieverbrauch kommt die Befeuchtung der Luft. Wenn Wasser in die Luft gelangt, dann wird dieser wiederum Energie entzogen, was sie abkühlt. Das liegt daran, dass das Wasser an sich kälter ist und nun, verdunstet, sich in der Luft befindet. Dort muss es auf die gleiche Temperatur, sprich den gleichen Energiezustand, gebracht werden.

Neben der Abkühlung durch den Entzug der Energie, kommt es auch zu einer Verbesserung der Luftqualität. Ihr wird das Kohlenstoffdioxid, welches das Atmen erschwert, entzogen. Dafür bekommt sie mehr Sauerstoff, was sie frisch erscheinen lässt. Dir fällt es leichter, zu atmen und die Luft fühlt sich besser, sprich kälter, an.

Der gleiche Effekt hilft dir auch im Winter, wenn die Luft aufgrund der Kälte trockener ist. In diesem Fall wird die Luft etwas feuchter, wodurch deine Nasenschleimhäute nicht austrocknen. Das und dazu noch der vermehrte Sauerstoff, sorgen auch dann wieder für ein besseres Gefühl.

Welche Pflanzen helfen dir

Es gibt eine Reihe von Pflanzenarten, die deine Räume im Sommer abkühlen können. Ihnen gleich sind zwei wichtige Eigenschaften. Als erstes haben sie viele und vor allem große Blätter und zum zweiten brauchen sie viel Wasser.

Die großen Blätter erlauben es den Pflanzen, die Fotosynthese sehr intensiv zu betreiben. Damit verbrauchen sie eine Menge Energie aus dem heißen Zimmer. Zugleich wandeln sie sehr viel Kohlenstoffdioxid in Sauerstoff um. Sie bringen also sehr viel frische Luft in deine Räume.

Die große Menge an Flüssigkeit, die sie aufnehmen, erlaubt es ihnen auch, einen großen Anteil davon wieder in die Luft zu leiten. Bis zu 90% des Gießwassers wird so in Luftfeuchtigkeit umgewandelt. Das kühlt dann ebenfalls noch einmal kräftig.

Ficus Benjaminus

Der Ficus Benjaminus oder das kleine Zimmerbäumchen ist ein gutes Beispiel für eine kühlende Pflanze. Das Bäumchen verfügt über sehr viele Blätter. Damit kann es viel Feuchtigkeit an die Luft abgeben, viel Kohlenstoffdioxid aufnehmen und viel Sauerstoff freisetzen.

Wenn du dir ein solches Bäumchen kaufen möchtest, wähle eines mit einer ganz besonders buschigen Krone aus. Das hilft dir sowohl direkt mit der Abkühlung und Luftqualität und es gibt der noch einen weiteren Vorteil.

Um den Effekt deiner Zimmerpflanzen zu verbessern, solltest du sie nicht einzeln stehen lassen. Bring mehrere davon zu einer Gruppe zusammen. Dann unterstützen sie sich gegenseitig und verstärken die Wirkung auf dein Raumklima.

Ein Zimmerbäumchen mit einer buschigen Krone eignet sich hervorragend, um ein Blätterdach für andere Pflanzen zu liefern. Damit gedeihen diese besser, ähnlich wie in einem kleinen Wald, und produzieren ein Mikroökosystem. Davon profitierst du mit einer besonders reinen und kühlen Luft.

Ficus Elasticus – Der Gummibaum

Der Gummibaum bietet dir viele und dabei noch sehr große Blätter. Das sorgt für eine kalte und frische Luft. Darüber hinaus braucht er viel Wasser, so dass er viel Feuchtigkeit abgibt. Pass aber auf, wenn du ihn wässerst. Er verträgt es nicht, ständig in einem Bad zu stehen. Wenn du ihn gegossen hast, warte, bis die oberen Erdschichten trocken werden, bevor du ihm mehr Wasser gibst. Darüber hinaus sollte er nicht direkt im Sonnenlicht stehen.

Der Kolbenfaden

Der Kolbenfaden ist sehr pflegeleicht und braucht wenig Wasser und wenig Licht. Er kühlt die Luft, aber wichtiger noch, er reinigt sie. Das heißt, er verbessert nicht nur ihre Qualität im Sinne eines höheren Sauerstoffgehaltes, er entzieht ihnen auch Stoffe, die für dich schädlich sein können.

Der Bogenhanf

Auch der Bogenhanf kühlt nicht nur und liefert viel Sauerstoff, sondern er entzieht der Luft auch bestimmte Schadstoffe. Darüber hinaus mag er die Sonne. Damit kannst du ihn zum Beispiel direkt am Fenster platzieren. Dann reinigt er die Luft schon in dem Moment, wenn sie in deine Räume hineinkommt.

Die Zimmerpalme

Kommen wir zum absoluten Favoriten für dein Zuhause, der Zimmerpalme. Diese bringt dir nicht nur Kühlung mit ihrem ausgeprägten Blätterwerk, sondern auch gleich noch das Urlaubsgefühl dazu. Darüber hinaus sorgt sie für eine sehr starke Abkühlung über die Luftfeuchtigkeit. Du gießt die Zimmerpalme nämlich nicht nur, du besprühst auch noch ihre Blätter direkt mit Wasser.

Übrigens solltest du sie nicht zu stark gießen. Sorge für eine gleichmäßige Feuchtigkeit des Bodens, indem du immer erst dann nachgießt, wenn dieser beginnt, trocken zu werden. Dann bleibst du im grünen Bereich.

Die Pflege und der richtige Dünger

Nicht nur bringen dir die richtigen Zimmerpflanzen eine gute Raumluft und Kühlung, sondern sie sind in den meisten Fällen auch sehr pflegeleicht. Du brauchst für sie den richtigen Standort, an dem sie genügend Sonne bekommen. Manche Arten brauchen mehr davon, andere bevorzugen den Schatten.

Weiterhin brauchen die Pflanzen Wasser. Bei allen solltest du darauf achten, sie nicht zu übergießen. Gib ihnen lieber einen stetigen Nachschub an dem kostbaren Nass, wenn sie es benötigen, sprich, wenn der Boden langsam trocken wird.

Dann sind da noch die Nährstoffe. Auch Zimmerpflanzen brauchen einige davon. Sie befinden sich jedoch in einem Topf, so dass es kein natürliches Biotop gibt, um für genügend Nahrung zu sorgen. Hier musst du eingreifen.

Die wichtigen Nährstoffe gibst du ihnen mit dem richtigen Dünger. Den solltest du immer am Anfang oder in der Mitte der Vegetationsperiode einbringen, also nicht im Winter. In der kalten Jahreszeit brauchen die meisten Pflanzen ein wenig Ruhe.

Am besten greifst du zu organischem, besser noch zu nachhaltigem Bio Dünger. Dann gibt es keine starke Geruchsbelästigung und die Nährstoffe werden langsam und bedarfsgerecht über die Vegetationszeit hinweg freigesetzt. Deine Pflanzen bekommen also nicht einmal zu viel und danach zu wenig, sondern immer genug.