Dein Garten hat nicht so viel Fläche, wie du es dir gern wünschst? Du versuchst, dir einen kleinen Garten auf deinem Balkon oder deiner Terrasse einzurichten? Dann sind vertikale Flächen die Antwort für dich. Richtig angestellt, kannst du auch deine Wände und Fassaden begrünen und von ihnen sogar ernten.

Das vertikale Gärtnern

Das vertikale Gärtnern dreht sich um einen Garten, der sich nicht horizontal, sondern vertikal ausbreitet. Das geht mit Kletterpflanzen, die an Mauern und an Zäunen wachsen. Es geht mit Vertikalbeeten und mit Töpfen, die an den Wänden befestigt sind oder aber herabhängen. Dort lässt sich praktisch all das kultivieren, was du auch in einem klassischen Garten findest.

Das Prinzip des Wandgartens

Ein Wandgarten besteht aus vielen Pflanzen, die dicht beieinander wachsen. Das geschieht sowohl nebeneinander, als auch übereinander. Dabei lässt sich so einiges gestalten, je nachdem, wie die Pflanzen dabei variiert werden. So kannst du ganze Pflanzenwände schaffen.

In den Töpfen, die dabei zum Einsatz kommen, wird Erde, Steinwolle oder Vlies als Substrat verwendet. Die Pflanzen erhalten so ihre Nährstoffe und ihr Wasser. Das ergibt einen sehr schönen Anblick, verlangt aber auch etwas mehr Arbeit beim Anlegen.

Das musst du bedenken

Die Vorbereitung für einen vertikalen Garten ist ein wenig komplizierter. Das beginnt schon bei den Vorüberlegungen. Du verwendest eine Wand dafür, dass sich dort Pflanzen in verschiedenen Kombinationen kultivieren. Pflanzen brauchen Wasser und Nährstoffe und sie wachsen und haben darüber hinaus Wurzeln.

Als erstes musst du dir überlegen, ob du deine Wand gegen die Feuchtigkeit, die mit einem vertikalen Garten verbunden ist, schützen musst. Wenn du mehr Wasser einsetzt, weil die Pflanzen, die du dort kultivieren möchtest, das brauchen, dann solltest auch wohlmöglich die Wand besser schützen. Dann brauchst du einen besonders widerstandsfähigen Anstrich oder du musst eine Folie anbringen, die die Feuchtigkeit fernhält.

Ist das Wurzelwerk der Pflanzen sehr ausgeprägt, dann kann es nötig werden, eine Wurzelsperre anzubringen. Als nächstes musst du dir Gedanken darüber machen, wie die Bewässerung bzw. die Pflege vonstattengehen soll, wenn die Pflanzen sich höher befinden. Am Ende musst du dich dafür entscheiden, ob du mit Erde oder mit Substrat arbeitest.

Für all diese Dinge hast du mehrere Möglichkeiten bzw. Vorgehensweisen zur Auswahl. Diese reichen von professionellen Lösungen bis hin zu DIY-Projekten („do it yourself“). Damit kannst du das benötigte Budget und deinen Arbeitsaufwand deinen persönlichen Vorlieben anpassen.

Die Pflanztöpfe

Wenn du einen Garten, insbesondere einen vertikalen, anlegen möchtest, dann bist du ein Naturfreund. Als solcher möchtest du bestimmt der Natur auch noch einen anderen Gefallen tun. Anstatt nun neue Pflanztöpfe zu kaufen, kannst du alte Körbe, Plastikfalschen und Pflanztaschen wiederverwenden. Damit sparst du gleich noch Geld. Die professionellen Töpfe setzt du dann dort ein, wo das Recyceln dir nicht genug bringt.

Was sich weiterhin lohnt, sind alte Europaletten. Diese kannst du an die Wand lehnen und dann entsprechend befestigen. Dort lassen sich dann die Dosen, Körper und Töpfe für die Begrünung einsetzen.

Darüber hinaus kannst du alte Rohre der Länge nach aufschneiden. Mit der Öffnung nach oben lassen sie sich, einer Dachrinne gleich, an der Mauer anbringen. Mit Erde oder dem entsprechenden Substrat befüllt, sind sie deinen Pflanzen ein guter Standort. Selbstverständlich kannst du auch alte Dachrinnen dafür verwenden.

Professionelle Pflanzenwände

Wenn du es lieber voller Ordnung magst, helfen dir vorgefertigte Pflanzenwände. Diese lassen sich leicht an dem Mauerwerk befestigen und sind mit Ausbuchtungen versehen. In diesen kannst du dann die Erde oder das Substrat einbringen und dann darauf deine Pflanzen kultivieren.

Blumenkästen übereinander

Blumenkästen kannst du übereinander, wie die Sprossen einer Leiter, an der Wand anbringen. Auch diese enthalten dann die Erde und das Substrat. Wenn du hier üppig wachsende Pflanzen kultivierst, wird die Wand bald hinter all dem Grün verschwunden sein.

Die richtige Pflege

Deine Pflanzen sind in dem vertikalen Garten von dem Biotop des Bodens abgetrennt. Daher kommt es hier besonders auf die richtige Pflege an. Das beginnt schon einmal damit, dass du nicht mit einem Rasensprenger arbeiten kannst. Dennoch brauchen die Pflanzen Nährstoffe und Wasser.

Das richtige Gießen

Für das Wasser solltest du mit einem Schlauch oder mit einer Gießkanne arbeiten. Wann du wässern solltest? Das hängt von den Pflanzen und ihrem genauen Bedarf selbst ab. Es gibt aber eine Faustregel.

Als erstes solltest du die Pflanzen nicht übergießen und als zweites sollte der Boden nicht zu trocken werden. Das lässt sich leider nicht so leicht sehen, denn die oberen Schichten können feucht sein, während darunter Trockenheit vorherrscht.

Wenn du die Pflanzen beobachtest, erkennst du einen Wassermangel daran, dass sie die Blätter hängen lassen. Bei einigen Arten fangen die Blätter auch an, sich an den Rändern einzurollen. Dann ist auf jeden Fall ein deutlicher Bedarf an Wasser vorhanden.

Du solltest es aber nicht darauf ankommen lassen, auf die Warnzeichen zu achten. Steck den Finger in die Erde in den Töpfen und fühle, ob die Erde auch in den tieferen Schichten noch feucht ist. Wenn du keine Feuchtigkeit mehr fühlst, dann musst du gießen.

Gieß lieber seltener, dafür aber mehr. Auf diese Weise kann dann Wasser auch tief genug in die Erde oder das Substrat eindringen, um die Wurzeln zu erreichen. Im Sommer gibt es jedoch Pflanzen, die jeden Tag oder sogar zweimal täglich Wasser brauchen. Die meisten Pflanzen kommen aber mit einem Gießen alle zwei Tage oder zweimal die Woche aus. In der Blütezeit brauchen jedoch alle Pflanzen immer ein wenig mehr, als sie gewöhnlich benötigen.

Nährstoffe

Wenn du die Pflanzen einbringst bzw. sie aussähst, dann wirst du wahrscheinlich frische Erde oder ein frisches Substrat verwenden. Dieses enthält bereits wichtige Nährstoffe, doch diese laugen sich mit der Zeit aus.

Wenn du neue Nährstoffe zuführen willst, kannst du nun einfach die Erde bzw. das Substrat austauschen oder mit einem Dünger arbeiten. Sei mit dem letzteren aber vorsichtig. Wenn du künstlichen Dünger verwendest, führst du den Pflanzen zu viel Nährstoffe auf einmal in einer zu kurzen Zeit zu.

Es ist besser, einen organischen Dünger zu verwenden. Dieser enthält etwas weniger Nährstoffe. Dafür aber gibt er diese langsam und bedarfsgerecht ab, so dass die Pflanzen nicht heute zu viel und dann morgen zu wenig haben. Am besten eignet sich ein natürlicher und nachhaltiger Dünger, denn dieser bringt sich ideal in den natürlichen Kreislauf der Pflanzen ein.