Deutschland trocknet aus und darunter leidet auch dein Garten. Du bist diesem Trend aber nicht hilflos ausgeliefert. Es gibt Mittel und Wege, wie du deinem Garten helfen kannst. Das beginnt bei der richtigen Bepflanzung, setzt sich über die Bewässerung fort und endet bei der optimalen Pflege.

Der Klimawandel und die Bedrohung für deinen Garten

Neben dem direkten Wassermangel und der Gefahr des Vertrocknens, werden die Pflanzen dadurch zuerst einmal geschwächt. Das macht sie für Krankheiten und Schädlinge anfälliger. Das verlangt mehr Pflege und mehr Bewässerung und das genau dann, wenn wir eigentlich Urlaub haben.

Was das Ganze noch verschlimmert, sind die milden Winter. Diese gehen den Schädlingen nicht mehr so hart an den Kragen, wie wir es gewöhnt sind. Daher musst du hier eingreifen und deinen Garten insgesamt als ein Ökosystem stärken.

Mit den richtigen Pflanzen verringerst du die Ansprüche in dieser Zeit und mit der richtigen Vorbereitung übersteht dein Garten die Trockenheit relativ unbeschadet. Dann werden sie auch mit den Schädlingen fertig, die es über den Winter geschafft haben.

Tipp 1 – Die richtige Auswahl der Pflanzen

Die trockenen Sommer werden häufiger. Sie sind keine vorübergehende Erscheinung mehr, so dass es sich nicht mehr lohnt, an Pflanzenarten festzuhalten, die demgegenüber sehr anfällig sind. Besser ist es, die Arten zu kultivieren, die die Sonne lieben und mit der Trockenheit kein Problem haben.

Die Sorten, die mit den neuen Umständen umgehen können, sind Präriegartenpflanzen und auch im gewissen Umfang Steingartenpflanzen. So gedeihen Eisenkraut, Steppenkerze, Salbei und Purpursonnenhut recht gut, auch wenn es heiß und trocken ist.

Generell lässt sich sagen, dass du auf Pflanzen mit kleinen Blättern setzen solltest. Bei ihnen verdunstet einfach nicht so viel Wasser. Das trifft auch auf Pflanzen mit behaarten Blättern zu. Darüber hinaus sollten sie silbern oder grau sein. Dadurch reflektieren sie mehr von dem Licht, als sich davon aufheizen zu lassen.

Weiterhin sind Pflanzen gut geeignet, die harte bzw. ledrige Blätter ausbilden. Auch diese sind gegen das Verdunsten und gegen die Sonne geschützt. Pflanzen mit tiefen Wurzeln, die das Wasser in tieferen Schichten des Bodens erreichen, sind ebenfalls von Vorteil.

Tipp 2 – Achte unbedingt auf die Vorlieben der Pflanzen

Verschiedene Pflanzen habe verschiedene Ansprüche. Konnten diese bei weniger heißen Sommern noch immer mal wieder ignoriert werden, musst du sie nun genau beachten. So kannst du keine Pflanze, die den Schatten liebt, der heißen Sommersonne aussetzen. Zum Beispiel bekommen Hortensien in einem solchen Fall schnell einen Sonnenbrand.

Ein Sonnenbrand bei Pflanzen bedeutet, dass die Blätter welk werden und einfach abfallen. Darüber hinaus verfärben sie sich gerne rot, was einen Mangel an Chlorophyll anzeigt. Richtig ist, eine Schattenpflanze auch einfach nur in den Schatten zu stellen. Wenn es diesen nicht genügend auf natürliche Weise gibt, dann hänge ein Netz oder Vlies auf, um den Schatten künstlich zur Verfügung zu stellen.

Tipp 3 – Der Boden und der Pflanzzeitpunkt

Boden ist nicht gleich Boden. So kann ein hoher Humusgehalt Wasser wie ein Schwamm halten. Darüber hinaus liefern die Pflanzen selbst Schatten und sie können, wenn sie ausgewachsen sind, der Hitze besser standhalten.

Damit deine Kulturen nicht mehr zu jung sind, wenn es heiß hergeht, solltest du sie gestaffelt setzen. Mit winterharten Pflanzen beginnst du bereits im Herbst. Die immergrünen Sorten kommen im Spätsommer oder zeitig im Frühjahr in den Boden. Dann ist das Wurzelwerk ausgeprägt und hilft dem Boden, die Blätter bieten Schutz vor der Sonne und die Pflanzen selbst sind widerstandsfähiger.

Tipp 4 – Das richtige Gießen

Das richtige Gießen gewährleistet, dass du nicht das meiste Wasser verschwendest und dass es tatsächlich auch die Wurzeln in den tieferen Bodenschichten erreichen kann. Das beginnt damit, dass du am besten am Morgen gießt. Dann hilft dir der morgendliche Tau. Dieser hat den Boden angefeuchtet, so dass das Gießwasser nun besser eindringen kann.

Darüber hinaus kann der Boden nun über den Tag langsam trocknen. Das sorgt für drei Dinge. Erstens vermeidest du damit einen Temperaturschock. Du sprühst nicht kaltes Wasser über eine aufgeheizte Pflanze. Zweitens verlangsamst und verringerst du damit die Aufwärmung des Bodens und deiner Kulturen. Schlussendlich ist der Boden wieder trocken, wenn die Schnecken am Abend mit ihren Aktivitäten beginnen.

Es ist besser, weniger oft aber dann mehr zu gießen. Wenn der Boden trocknet, nimmt er das Wasser nicht mehr so leicht auf. Dieses fließt dann einfach über die Oberfläche ab, ohne die Wurzeln zu erreichen. Wenn du aber genügend Wasser gießt, können so die Erdschichten nach und nach durchfeuchtet werden. Das ermöglicht ein immer tieferes Eindringen des kostbaren Wassers.

Tipp 5 – Zisterne statt Regentonne

Die gute, alte Regentonne ist gut gefüllt, doch nicht dann, wenn wir das Wasser am meisten brauchen. Der Regen ist noch immer genug, wenn wir das ganze Jahr betrachten. Er bleibt jedoch im Sommer derartig lange aus, dass der Boden und die Regentonne austrocknen. Genau dann also, wenn wir gießen müssen, haben wir kein Regenwasser mehr in der Tonne.

Die Idee, das Regenwasser aufzufangen und zu nutzen, ist nicht das Problem. Das Problem ist die Speicherkapazität. Ersetze die Tonne durch eine Zisterne. Diese fast tausende Liter Regenwasser. Du füllst sie in den regenreichen Frühlings- und Herbstmonaten und nutzt das Wasser im trockenen Sommer.

Tipp 6 – Hacken

Das Hacken löst gleich eine Reihe von Problemen. Indem der Boden damit aufgelockert wird, kann mehr Sauerstoff eindringen, so dass die Pflanzen besser atmen können. Darüber hinaus ist es für das Wasser, das vielleicht doch noch regnet oder aber gegossen wird, leichter, in den Boden einzudringen. Anstatt über die ausgehärtete Oberfläche abzufließen, kann es nun in die gelockerten Schichten hineinsickern. Darüber hinaus kann Wasser in den tieferen Schichten von den Pflanzen erreicht und genutzt werden, ohne dass es sinnlos verdunstet.

Tipp 7 – Mulch oder Kies

Die Sonneneinstrahlung trocknet den Boden aus und heizt ihn auf. Die Lösung besteht darin, die Sonne vom Boden fernzuhalten. Das geht leicht mit einer Schicht Mulch, vor allem Rindenmulch, oder Kies. Dann scheint die Sonne darauf und zieht nicht das Wasser aus dem Boden. Der Mulch wiederum ist zugleich super als Dünger und speichert auch noch selbst etwas Wasser.