Die Bienenvölker sterben aus und die kleinen Honigsammler werden immer seltener. Da haben wir uns gefragt, was sie denn brauchen, damit sie sich wieder in unseren Gärten heimisch fühlen. Warum aber sollten wir lange suchen, wenn doch die kleinen Flieger selbst am besten wissen, was sie brauchen. Daher sind wir einfach in den Garten zu unserer Bienenkiste gegangen und haben ihnen die wichtigsten Fragen einfach direkt gestellt. Hier findest du ihre Antworten.

Was stört euch am meisten in einem Garten?

Die Chemie. Es wird einfach zu viel gesprüht. Ich verstehe, dass Blattläuse, Ameisen und Schnecken ein Problem darstellen. Doch dafür gibt es bessere Mittel, um sie loszuwerden. Wenn ihr chemische Mittel einsetzt, dann greift das auch uns an.

Die Hausmittel sind für uns ungefährlich. Sie wirken und, solange der Befall nur klein ist, sollten sie bevorzugt angewendet werden. Wir verstehen auch, dass es sich manchmal nicht vermeiden lässt, mit einem Spritzmittel zu arbeiten. Diese sollten aber so eingesetzt werden, dass sie für uns schonend sind. Bestimmte Mittel sind darauf eingestellt, uns in Ruhe zu lassen, und diese lassen sich dort einsetzen, wo die Schädlinge sind, nicht da, wo wir arbeiten.

Welche Pflanzen wünscht ihr euch im Garten?

Wir mögen Lavendel, die Glockenblume und die Kapuzinerkresse. Dort gibt es eine Menge Pollen und Nektar und sie sehen auch noch sehr gut aus. Weniger mögen wir die Rosen, Dahlien und Geranien. Diese Pflanzen sehen vielleicht gut aus und haben einen angenehmen Duft, doch sie haben für uns keine Nahrung zu bieten.

Noch besser sind Obstbäume und Gewürzbeete. Dort gibt es eine Menge zu holen und einen super Duft. Dort lieben wir es, uns aufzuhalten und zu arbeiten. Dort ist die Arbeit einfach nur einen riesigen Spaß und dafür gibt es auch noch eine Menge Nahrung.

Ein Garten mit vielen Lavendelpflanzen ist also sehr gut?

Nein, nein, es sollte nicht nur eine Art Pflanze sein. Die blüht ja nur für ein paar Wochen und dann ist es vorüber. Wo finden wir danach unsere Nahrung? Besser ist es, wenn es eine Reihe von verschiedenen Pflanzen gibt. Diese sollten dann abwechselnd blühen. Einige fangen im Frühjahr damit an, andere im Sommer und wieder andere gegen Ende des Sommers. Dann haben wir immer etwas zu tun und immer genügend Nahrung.

Am Anfang des Jahres eignen sich vor allem Schneeglöckchen. Diese kommen sehr früh und danach die Stiefmütterchen. Auch Weidenkätzchen sind eine gute Idee und dazu noch der Blaustern. Letztere blüht nur für kurze Zeit, doch er vermehrt sich schnell, so dass immer einige für uns verfügbar sind.

Im Sommer mögen wir die Pfingstrose. Darüber hinaus sind die Goldmelisse, Pferdeminze und die Indianernessel für uns sehr nett. Dazu kommen natürlich einige der Nutzpflanzen, die sich nun so langsam in voller Pracht zeigen.

Dazu kommen der Lavendel und die Flammenblume. Hier haben wir viel Nahrung und einen guten Duft. Dazu kommen die Zinnien und die Ringelblumen. Damit sind wir den ganzen Sommer über beschäftigt. Auch die Goldrute und den Schnittlauch sollten wir nicht vergessen.

Für den Herbst gibt es noch einige weitere Pflanzen, die für uns interessant sind. Da ist der Sonnenhut, der für uns sehr geschmackvoll ist. Auch Borretsch und Prachtscharten sind uns willkommen. Dazu kommt noch eine ganze Reihe von Kräutern, mit denen wir uns fett und rund essen können, bevor es in den Winter geht.

Ist es wichtig, wie die Pflanzen angeordnet sind?

Ja und nein. Eigentlich ist es nicht wichtig, doch da ist etwas, was viele Gärtner für uns falsch machen. Wenn die Beete, Hecken und Rasen ordentlich gestutzt sind und fein säuberlich abgegrenzt, dann ist das ein Graus. Dort haben wir keine Rückzugsmöglichkeiten. Wir können uns nicht verstecken und wir finden nichts, was für uns interessant ist.

Ihr müsst den Garten aber auch nicht ungepflegt lassen. Versteht nur, dass wir ein Teil der Natur sind und die Natur nicht aus geraden Linien und klaren Grenzen besteht. Wir brauchen eine oder zwei Ecken, die nicht so ganz gepflegt sind. Lass dort den Rasen wachsen oder gib uns dort einen Steinhaufen oder etwas Totholz. Dort können wir spielen und dort können wir Nahrung finden. Darüber hinaus können wir uns dort vermehren.

Wie wichtig ist euch Wasser im Garten?

Ja, wir brauchen Wasser. Wir arbeiten vor allem im Sommer. Dann ist es heiß und trocken und wir brauchen etwas zu trinken. Wir würden uns über einen kleinen Teich oder eine Tränke sehr freuen. Das Ganze sollte aber nicht nur aus Wasser bestehen.

In einem Teich sollten sich Seerosen befinden. Darauf können wir uns niederlassen und dann unseren Durst stillen. Auch sollten keine Fische in dem Teich sein, denn die sind für uns gefährlich.

Wenn es keinen Platz für einen Teich gibt, reicht auch eine Bienentränke. Dafür braucht ihr nur eine Schüssel. Legt einen oder zwei große Steine hinein und füllt das Ganze mit Wasser soweit auf, dass die Steine noch immer nicht bedeckt sind. Dann können wir uns darauf niederlassen und trinken.

Wenn ihr uns eine Bienentränke hinstellt, das wäre super. Darüber hinaus sollte diese nicht so weit von unseren Arbeits- und Brutplätzen entfernt sein. Dann verwenden wir nicht soviel Zeit auf das Trinken und können mehr Nahrung für unser Volk finden.

Braucht ihr spezielle Brutplätze?

Nicht unbedingt. Wie gesagt, ein Steinhaufen oder etwas Totholz sind ein guter Anfang. Dennoch ist es nett, wenn wir mehr bekommen könnten, denn dann würde unser Volk auch größer werden und wir können mehr schaffen.

Für die Brutplätze reicht zum Beispiel eine Bienenkiste. Für jedes Volk lässt sich dann eine solche Kiste einräumen. Dort können wir Nisten, unseren Honig einbringen und unser gesamtes Volk verteidigen.

Es muss aber nicht unbedingt eine Bienenkiste sein. Wir würden uns schon über einiges Holz freuen, das für uns vorbereitet ist. Dafür bohrt ihr einfach ein paar Löcher hinein. Diese sollten einen Durchmesser von 8 mm aufweisen und 8 cm tief in das Holz hineingehen. Dort können wir dann Nisten.

Fazit

Hier sind nun die Tipps, die uns unsere Bienen geben. Wenn wir auf sie hören, dann wird es bald wieder eine Menge Honigsammler in unseren Gärten geben, die dort für uns eine wichtige Arbeit verrichten.